Stolpersteine in
Düsseldorf finden
Franz Boehm
Der am 3. Oktober 1880 in Boleszyn (Westpreußen) als zweites von sechs Kindern geborene Franz Boehm zog 1893 mit seinen Eltern nach Anrath bei Willich am Niederrhein. 1902 legte er sein Abitur in Mönchengladbach ab und begann ein Studium der Theologie in Bonn. 1906 wurde Franz Boehm im Kölner Dom zum Priester geweiht. Nach 11-jähriger Kaplanszeit im Ruhrgebiet wurde er 1917 Pfarrer an St. Katharina in Düsseldorf-Gerresheim, 1923 wechselte er an die Pfarrei St. Johannes in Sieglar bei Bonn.
Aus seiner kritischen Einstellung gegenüber dem nationalsozialistischen Regime machte der katholische Geistliche in persönlichen Gesprächen und seinen Predigten keinen Hehl. Seine Einstellung führte zu Schikanen der Behörden, und 1935 wurde er aus dem Regierungsbezirk Köln ausgewiesen. Von seiner kirchlichen Behörde – so schrieb er in einem Brief vom 18. Dezember 1935 an das Generalvikariat des Erzbistums Köln – sei er enttäuscht, da er von ihr keine Anerkennung und Hilfe erfahren habe.
1938 erhielt er eine Stelle an St. Gereon in Monheim am Rhein. Im Dezember 1942 leitete der Monheimer Bürgermeister den Inhalt einer Predigt, die Boehm am 25. Oktober 1942 gehalten hatte, an die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Düsseldorf weiter. Boehm wurde verhaftet und zu einer Geldstrafe verurteilt. Am 5. Juni 1944 wurde er wegen seiner Osterpredigt in „Schutzhaft“ genommen und am 12. August 1944 ins Konzentrationslager Dachau überführt. Dort wurde sein Tod am 14. Februar 1945 in den Sterbebüchern vermerkt.